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WIP Wednesday: Jahresprojekt Nummer 1

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mir gerne viel (zu viel?) vornehme. Das ist im „richtigen“ Leben so und in meiner Textilwelt auch. Nicht umsonst bin ich die Queen der Wips und Ufos.

Der Jahresanfang ist immer ein guter Moment, um neue Dinge und Projekte anzufangen. Schon lange hatte mich der Gedanke einer Wetterdecke oder besser einer Temperaturdecke fasziniert. Da kam dann zum Anfang des Jahres Frauwoauspo in Ihrem Blog mit dem Garnset, das sie gerade zu diesem Zweck gefärbt hatte. Verführung pur.

Was ist der Hintergrund: eine Wetterdecke (manche machen auch einen Schal, aber ich bin nicht so für kleine Sachen ;-)) ist ein Abbild der Temperaturen eines jeden Tages des Jahres. Es gibt eine Farbe, die eine Temperaturspanne symbolisiert, bei mir sind es immer 5 Grad Schritte, und für jeden Tag des Jahres wird eine Reihe gestrickt (oder ein Patch gehäkelt oder eine Runde oder oder oder). Bei mir ist es eine Doppelreihe an meiner Decke. Wenn man bei Ravelry unter Temperature nachsieht, findet man ein paar Beispiele. Einfach nur Streifen oder Quadrate fand ich aber ein bisschen langweilig.

Nach einigem Suchen habe ich mich für das Muster des Chevron Baby Blanket entschieden. Die nächste Schwierigkeit war, wie viele Maschen ich anschlagen kann, damit möglichst das Garn reicht. Von einigen Farbbereichen habe ich zwar zwei Stränge Wolle, aber ich weiß am Anfang des Jahres ja noch nicht, wie sich das Wetter entwickelt. Und handgefärbte Wolle kann man nicht so einfach nachkaufen. Ich habe mich für 20 Mustersätze, da sind immer ca. 2 g pro Tag entschieden.  Das ganze wird so einen guten Meter breit. Nach jedem Sonntag kommt noch eine graue Reihe um die Woche zu kennzeichnen.

Eigentlich wollte ich diesen Post schon letzte Woche schreiben und hatte auch ein Foto gemacht. Das könnt ihr links sehen, rechts unten ist von dieser Woche. In dieser letzten Woche habe ich also ordentlich wieder aufgeholt, trotz allem befinde ich mich noch im April mit meiner Decke. Ich bin definitv meiner Zeit nicht voraus.

  
Hier noch der Link zu meinem Ravelry Projekt.

Dieses ist übrigens nur Eines von drei Jahresprojekten.

Gestern ist auch die letzte Farbe für den Challenge Scarf gekommen. Er will aus Wollmeise DK in 47 AG, Moses und Heavy Metal getrickt. Jetzt kann es also losgehen.

  

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Stitches Tag 1

Heute ist es also soweit. Fast seit einem halben Jahr bin ich angemeldet und jetzt geht es los.

Heute Morgen war noch kein Kurs, ich hatte also Zeit in Ruhe zu frühstücken. Nach einem Rundgang durch die verschiedene Inenhöfe entschied ich mich für das American Cafe. Meine Kellnerin sprach mich gleich auf mein Tuch an. Eine andere Gruppe Frauen saß auch schon da und strickte. Als ihnen auffiel, dass ich allein bin, fragten sie, ob ich nicht zu ihnen kommen will. So konnte ich in netter Gesellschaft frühstücken.

Danach erst mal zur Registration, meinen Ausweis abholen. Um Strickerinnen (es gibt auch ein paar Männer) zu erkennen, muss man aber meist nicht auf das Schild gucken, meist wird in irgendeiner Weise Strick getragen.

Heute Morgen war dann erst mal ein Vortrag von Nicky Epstein. Ein paar ihrer Bücher gibt es auch auf Deutsch. Sie führte uns durch ihre Designkarriere und zeigte vor allem Fotos, aber auch Modelle aus ihrem letzten Buch „Knitting Reimagined“.

Danach war das Teachers a la Carte Luncheon. Speed Dating für einige Lehrer hier von Stitches und dabei auch noch lecker essen. Wir hatten an unserem Tisch Alasdair Post-Quinn, Lily Chin, Leslye Solomom, Judith Shangold, Meriike Saarnit, Sarah Peasley, Betsy Hershberg und Lorilee Beltmann. Viele Kurse hörten sich auch sehr interessant an, einge hatten interessante Stücke zum Zeigen oder sind auch auf Craftsy zu finden. Zwei meiner Kursleiter waren da auch dabei. 

Ich hatte schon Sorge, dass ich nach all dem guten Essen zu sehr mit der Verdauung beschäft sein würde, um den anschließenden Kurs mit Lily Chin würdigen zu können, aber Lily hat gar keine Zeit gelassen, uns zur Ruhe zu setzen. „Knocking Off A Garment“ hieß der Kurs, es ging darum ein Kleidungsstück stricktechnisch zu kopieren. Einige hatten Strickpullover, andere Shirts oder Blusen. Wir haben besprochen, wie man daraus ein Muster fertigen kann,  worauf man achten muss, wie man es sich einfacher machen kann und auch wie man ein Muster nähen kann, um die Passform für ein Strickstück zu testen. Meine Vorlage war ziemlich kompliziert, eine asymetrisch geschnitte Bluse mit Prinzessnähten und eingenähtem Reisverschluss. Aber auch die habe ich kopiert bekommen. Alle Teile habe ich noch nicht in Strick übersetzt, aber zumindest zwei Schnittteile, so dass ich weiß, wie es weitergehen muss. Lily hatte auch Beispiele dabei, Original und Kopie, die sie gestrickt hatte.

Hier noch ein Bild von Lily und mir. Das Outfit hat sie übrigens auch selbst gestrickt.

  
Nach dem Kurs bin ich dann, der Markt beginnt erst morgen, in einen der Innenhöfe zum stricken gegangen und habe mit einem Frappucino entspannt. Das Strickstück in Arbeit ist übrigens mein Jahresprojekt Wetterdecke, aber darüber berichte ich ein anderes Mal.

  
Gleich suche ich mir noch etwas zu essen, wird wohl mexikanisch. Mal sehen, ob ich wieder Strickerinnen treffe.

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